Ein professionelles Vorgehen, um Schüler zu motivieren, aktive Gruppenmitglieder zu werden.

Das Bilden von Gruppen: Schüler dazu bringen, miteinander zu arbeiten.

Aktivitäten zur Gruppenbildung steigern die Fähigkeit der Schüler, miteinander zu arbeiten. Der Prozess der Entwicklung von Gruppen beinhaltet den Aufbau von Beziehungen, so dass die Mitglieder der Gruppen sich einander verbunden fühlen. Die Tatsache, dass wir Schüler in Gruppen einteilen, bedeutet noch nicht, dass sie auch gut in ihren Gruppen zusammenarbeiten. Viele Schüler haben schlechte Erfahrungen mit Gruppenarbeit gemacht und deshalb sollten wir nicht erstaunt sein, wenn Schüler skeptisch sind, wenn sie gebeten werden mit anderen zusammenzuarbeiten.

Erzieher sind jedoch dazu angehalten, ihre Schüler in Gruppen arbeiten zu lassen, da Teamarbeit als eine Schlüsselfertigkeit des 21. Jahrhunderts angesehen wird. Das bedeutet, dass wir als Erzieher uns die Zeit nehmen müssen, unsere Schüler auf Gruppenarbeit vorzubereiten, indem wir ihnen die Gelegenheit geben, kooperative Interaktionen zu erleben, die den Boden für anspruchsvollere Aufgaben bereiten.

Wir wissen, dass Schüler als erstes durch konkrete Erfahrungen lernen, dann durch  die Verarbeitung und zuletzt durch das Nachdenken über das neu Erlernte. Indem sie die neue Erfahrung analysieren, können sie damit beginnen, die Implikationen dieser neuen Ideen und Verfahren zu schätzen. Die ständige Gelegenheit zu erfahren, zu reflektieren und neu zusammenzustellen führt zu einem neuen Lernverständnis und einer Wertschätzung, wie diese Ideen und Handlungen effektiv genutzt werden können.

Was ist eine effektive Gruppe?

Ein Team ist eine Gruppe von Schülern, die aufeinander bezogen auf das Erreichen eines Ziels oder die Vollendung einer Aufgabe hinarbeiten. Mit anderen Worten, die Mitglieder einer Gruppe kommen zusammen, einigen sich auf ein Ziel und stimmen darüber ein, dass der einzige Weg, dieses Ziel zu erreichen, darin besteht, zusammenzuarbeiten (Johnson & Johnson 1995)

Kooperative Teams unterscheiden sich von anderen Typen von Gruppen durch bestimmte Merkmale:

Positive Interdependenz

Kooperative Teams sind gekennzeichnet durch gegenseitige Ziele und positive Interdependenz, die darin mündet, dass die Gruppenmitglieder zusammenarbeiten, um Ressourcen zu teilen, sich gegenseitig Unterstützung zu geben und zu helfen und ihren gemeinsamen Erfolg zu feiern.

Individuelle Verantwortungsübernahme

In einem kooperativen Team ist jedes Mitglied persönlich verantwortlich für seinen Anteil an der Arbeit und die Beiträge aller Gruppenmitglieder werden regelmäßig bewertet.

Reflexion des Arbeitsprozesses in der Gruppe

Kooperative Arbeitsgruppen nehmen sich Zeit, nicht nur ihre Ergebnisse, sondern auch ihre Arbeitsprozesse zu reflektieren, und zu überlegen, wie ihre Mitglieder ihre Arbeitsbeziehungen aufrecht erhalten.

Fähigkeiten zur Arbeit in Kleingruppen und interpersonale Fertigkeiten

Arbeitsgruppen funktionieren nur dann effektiv, wenn ihre Mitglieder über Fähigkeiten zur Arbeit in Kleingruppen und interpersonale Fertigkeiten einschließlich Führungsqualitäten, Entscheidungsfähigkeit, Fähigkeiten zur Vertrauensbildung, zur Kommunikation und zum Konfliktmanagement verfügen.

Direkte Interaktion

Außergewöhnliche Ergebnisse können erzielt werden, wenn die Teammitglieder regelmäßig miteinander interagieren und persönlich in die Aufgabenbearbeitung und die Zusammenarbeit einbezogen werden.

Warum Aktivitäten zur Gruppenbildung benutzen?

Da Teamarbeit beinhaltet, dass die Schüler miteinander interagieren, ist es möglich, hier den Boden für eine komplexere Aufgabenbearbeitung zu bereiten, indem man sie kooperative Interaktion durch Aktivitäten erleben lässt, die Spaß machen und von sich aus fesselnd sind. Ernsthaft betrachtet können wir der Lernforschung entnehmen, dass ein interaktiver und erfahrungsorientierter Ansatz effektives Lernen bewirkt. Zum Beispiel:

Studien aus der Kognitionswissenschaft zeigen auf, dass Menschen durch Spiele und Aktivitäten effektiver lernen und ihre neu erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten effektiver anwenden.

Multiple Intelligenzen. Die neuesten Studien von Howard Gardner, Harvard University, über das Wesen der Intelligenz haben unsere bisherigen Definitionen von Intelligenz auf acht Formen der Intelligenz erweitert. Eine dieser Intelligenzen konzentriert sich in besonderem Maße auf die Interpersonale Intelligenz  und es ist anerkannt, dass die anderen sieben Formen ebenfalls durch den effektiven Einsatz kooperativer Lernformen gestärkt werden können.

Emotionales Lernen. Lernaktivitäten, die mit einer emotionalen Reaktion verbunden sind, bewirken langandauerndes Lernen. Langeweile ist effektivem Lernen nicht zuträglich. Spiele und Aktivitäten, die angemessene Ebenen der Kooperation innerhalb der Teams und Wettkampf zwischen den Teams beinhalten, ergänzen den Lernprozess um emotionale Komponenten.

 Aktivität und Feedback.  Lernende, gleichgültig welchen Alters, können Fertigkeiten nicht ohne Aktivität und Feedback erwerben. Aktivitäten zur Teambildung liefern Möglichkeiten, um interpersonale Fähigkeiten einzuüben und direktes Feedback durch Gleichaltrige zu erhalten.

Einige Gedanken zum leichteren Umgang mit teambildenden Aktivitäten

Vor der Durchführung der Aktivität

  1. Wählen Sie die angemessenste Aktivität.
    Beginnen Sie, indem Sie die Aktivitäten auswählen, die ihren unterrichtlichen Zwecken dienen.
    Entscheiden Sie, ob Sie wollen, dass die Schüler in Teams arbeiten und ob sie die Fähigkeit haben, in Teams zu arbeiten.
    Denken Sie daran, dass vom Gruppenbilder erwartet wird, dass er den Schülern positive Erfahrungen während der Gruppenarbeit verschafft.
    Stellen Sie sicher, dass Sie die spezifische Aktivität auswählen, die am besten ihrer verfügbaren Zeit, der Anzahl der Schüler und anderen sachlichen Gegebenheiten entspricht.
  2. Überprüfen Sie die Aktivität kritisch.
    Besorgen Sie sich, gegebenenfalls einen Kollegen, der Ihnen assistiert.
  3. Führen Sie einen Trockenlauf durch.
    Gehen Sie die einzelnen Schritte der Aktivität mit einem Zweiten durch. Nehmen Sie notwendige Veränderungen vor, die den Bedürfnissen und Vorlieben Ihrer Schüler besser entsprechen. Denken Sie über Variationen nach, die Sie vielleicht vornehmen müssen, so dass Ihre Schüler eine erfolgreiche Erfahrung machen können.
  4. Beachten Sie die Anzahl der Schüler.
    Stellen Sie alles benötigte Material zusammen. Machen Sie genügend Kopien für Spielmaterial und Handouts.
  1. Bestimmen Sie die übergreifenden Ziele für ihre teambildenden Aktivitäten.
    Entscheiden Sie, wie Sie zusätzliche Ziele mit der Aktivität erreichen können. 
  1. Planen Sie die Aufgabenstellung.
    Überlegen Sie, ob Sie vor der Durchführung einen kleinen Vortrag halten wollen. Bereiten Sie eine Skizze für diese Präsentation mit geeigneten Visualisierungen vor.
  1. Planen Sie den Abschluss der Stunde.
    Bereiten Sie eine Liste von Diskussionsfragen vor, um sicherzustellen, dass Ihre Schüler über ihre Leistungen nachdenken, nützliche Einsichten gewinnen und miteinander die Lernaspekte austauschen.
    Beginnen Sie mit den Fragen, die wir eingebracht haben.
  1. Nehmen Sie mögliche Katastrophen vorweg.
    Fragen Sie sich, eine Reihe von „Was-Wenn-Fragen.
    Entwerfen Sie präventive Schritte und Kontingenzpläne mit einem Kollegen.
  1. Stellen Sie sich auf einen glatten Verlauf der Aktivität ein.
    Stellen Sie sich vor, wie Ihre Schüler die Aktivität genießen und davon lernen.
Während der Aktivität

  1. Fangen Sie so schnell wie möglich mit der Aktivität an. Beschränken Sie ihre Eingangspräsentation und –unterweisung auf ein Minimum.
  1. Geben Sie einen Überblick über die wichtigen Regeln und Schritte der Aktivität. Weisen Sie den unterschiedlichen Gruppenmitgliedern Rollen zu und verteilen Sie die Materialien.
  1. Bereiten Sie die Schüler darauf vor, dass sie am Anfang ein wenig verwirrt sein werden. Erklären Sie, dass die Dinge im Verlauf der Aktivität klarer werden.
  1. Mischen Sie sich nicht ein, sobald die Aktivität begonnen hat. Erinnern Sie die Schüler gegebenenfalls an die Regeln. Sehen Sie Zeitbegrenzungen und andere Regeln in einer fairen und flexiblen Form vor.
  1. Gehen Sie glatt von einer Stufe der Aktivität zur nächsten über.
  1. Bringen Sie die Aktivität zu einem deutlichen Abschluss. Tun Sie dies entweder nach Ablauf der angesetzten Zeit oder wenn das Ziel erreicht ist.
Nach der Aktivität

  1. Führen Sie eine Abschlussdiskussion durch.
    Bitten Sie die Schüler über ihre Leistungen nachzudenken und anderen ihre Erkenntnisse mitzuteilen.
  1. Bitten Sie einzelne Schüler zu berichten, was Sie aus der Aktivität gelernt haben.
    Fragen Sie sie auch, was sie mit den neu erworbenen Verfahren und Prinzipien anfangen können.
  1. Laden Sie die Schüler ein, Ihnen Fragen zu der Aktivität und den Lernergebnissen zu stellen.
    Korrigieren Sie Missverständnisse. Ergänzen Sie geeignete Warnungen aus Ihrer Erfahrung, um zu verhindern, dass Schüler sich in Einzelheiten verlieren.
  1. Schlagen Sie geeignete Anschlussaktivitäten vor.

Denken Sie immer daran…….

Diese Spiele und Aktivitäten sind Werkzeuge, die Ihnen helfen sollen, Lernziele zu erreichen. Behalten Sie diese Ziele im Auge, um zu verhindern, dass die Aktivitäten zum Selbstzweck werden. Seien Sie flexibel. Obwohl Spiele und Aktivitäten Regeln haben, sollten Sie sich nicht von ihnen beherrschen lassen. Eine bedeutende Anforderung an effektive Teamarbeit ist Ihren Humor zu behalten und ernste Dinge spielerisch zu handhaben.

References:

Armstrong, T., Multiple Intelligences in the Classroom, Alexandria, Virginia: ASCD, 1994
Bellanca, J., Building a Caring Cooperative Classroom, Palatine, Illinois, Skylight Publishing, 1991
Bennett, B., Beyond Monet, Ajax, Visutronics, 2001
Craigen J. and Ward C., What’s this Got to do With Anything?  Ajax, Visutronics, 1994
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Joyce, B. R., Calhoun, E. F. Creating Learning Experiences, The Role of Instructional Theory and Practices, Alexandria, Virginia: ASCD, 1996
Parker, C. M., Team players and teamwork San Francisco: Jossey-Bass, 1990.
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